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Aus Altersgründen zu verkaufen: BMW R25

Im Alter sein Motorrad verkaufen zu müssen, weil der Körper nicht mehr mitmacht, tut schon weh. Steht das geliebte Ding doch für die persönliche Freiheit, die eigene Jugend und die eigene Verwegenheit.

Anfang der 2000er Jahre war der Alte noch mit Freunden in den USA gewesen. Für eine Harley-Davidson-Tour über die Route 66. Da war er bereits über 70 Jahre alt. „Eine echte Gaudi war das!“, sagt er und zeigt mit Stolz auf die Bilder an der Wohnzimmer-Wand. Jetzt aber hat er 88 Jahre auf dem Buckel, und an Harleys oder die USA ist nicht mehr zu denken. Große und kleine Motorräder waren ja schon immer um ihn herum. Ist viel gefahren. Früher. Zwei alte BMW R25 und eine Horex Regina stehen noch in der Garage. Doch die müssen jetzt weg. „Die Augen und das Knie… es geht halt nimmer!“

Einem alten Motorradler beim Verkauf seiner Schätzchen zu helfen, ist eine Lektion in Demut. Natürlich ist der Mann froh, dass ihm jemand mit der Online-Annonce hilft. Aber Spaß macht ihm die Sache weiß Gott nicht. Mit dem Eingeständnis, kein Motorrad mehr antreten und fahren zu können, muss das Ego des Alten schon einen mächtigen Schlag verkraften. Die geliebten Dinger standen für ihn ja immer als unverrückbares Symbol persönlicher Freiheit, der eigenen Jugend und der eigenen Verwegenheit. Dieses Kapitel abzuschließen, das schon im Kindesalter seinen Anfang nahm, ist wirklich keine einfache Sache. „Magst auch ´nen Schnaps?“

Aber es hilft ja nichts. Jetzt heißt es noch den Keller zu durchstöbern und alle Teile zusammenzutragen, die zur BMW R25 gehören. Denn für die hat sich sofort jemand interessiert. Hoffentlich kein Blödmann. Wenn man schon verkaufen muss, dann nur an einen, der die Maschine auch wert ist. Hauptsache in gute Hände. „Mitnehmen kann man sie ja nicht.“ Und so schleicht der Alte durch den Keller und findet in jedem Regal und in jedem Kistchen noch ein Ding und ein Dingelchen, das ihn daran erinnert, was er einmal zu bauen vorhatte und wie schnell doch die Zeit vergeht. Der Kruscht im Keller als Erinnerungsbuch; doch vieles ist ihm selbst bereits ein Rätsel. Der Alte wird unwirsch.

Der BMW-Interessent kommt und findet Anklang. Junger Mann. Will selber schrauben und fahren. Lobt die Vorarbeiten des Alten an der Maschine und freut sich ehrlich auf das neue, schwarze Spielzeug. Ein Vertrag wird unterschrieben. Bilder, Rechnungen und Fahrzeug-Papiere aus ihren Klarsichtfolien genommen und überreicht. Das Geld bleibt unbeachtet als kleiner Stapel auf der Tischdecke liegen. Ein Schwätzchen noch über früher und heute. Dann das Aufladen der zierlichen BMW auf den Hänger. Ein letzter Handschlag. „Komm mal damit vorbei, wenn sie läuft!“, sagt der Alte noch leise. Dann macht er die Garage langsam zu. Ihm reicht´s für heute.

Autor: Achim Bartscht

Die hier abgebildete BMW R25 hat das Baujahr 1951 und gehörte ursprünglich den Forces Françaises en Allemagne (FFA). Sie wurde 1984 vom Centre de Reparation Automobile-Zone-Sud in Friedrichshafen überholt und 1988 an den Großhändler VEBEG GmbH verkauft. Woran erkennt man sie? Im Gegensatz zum Nachfolgemodell R25/2 verfügte die R25 (oder R25/1) u.a. noch über die „stehende“ Sattelfeder.

Weitere Informationen zum Thema

BMW Einzylinder Informationszentrum: bmw-einzylinder.de

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