Foto: Götz Göppert

Der Fotograf Götz Göppert hat ein großes Herz für alte Motorräder. Seine wunderbaren Aufnahmen von Werkstätten und Sammlungen sind auch ein großes Kompliment an die Hingabe der Menschen hinter den Maschinen.

Es hätte auch schiefgehen können mit diesem Fotografen. Geboren in München und aufgewachsen in Hamburg, Crewmitglied auf den bekannten Yachten „Rubin“ und „Thomas-i-Punkt“ des renommierten Hamburger Segel-Clubs HSC und in den ersten Jahren erfolgreich mit Aufträgen aus der Beauty-Branche unterwegs, hätte der heute 45-jährige Fotograf Götz Göppert auch weiterhin auf der reinen Hochglanzseite des Lebens bleiben können.

Faible für klassische Bikes

Ein Glück, dass es etwas anders gekommen ist, denn ein großer Teil seiner Aufmerksamkeit gilt alten Motorrädern. Und damit sind nicht die überpolierten und extrateuren Beutestücke reicher Sammler gemeint, die auf elitären Concours-Veranstaltungen oder im Foto-Studio in Szene gesetzt und ansonsten nie bewegt werden. Göppert hat einen Faible für die klassischen Bikes der 1960er, -70er und frühen -80er Jahre, die an seinem Wohnort Paris wieder stark in Mode gekommen sind und die von seinen Freunden, ihm selbst und vielen anderen, ganz normalen Enthusiasten geliebt und so oft wie möglich gefahren werden. Und Patina, Kratzer und Dellen sind bei diesen Maschinen ausdrücklich erwünscht.

Motorrad-Werkstätten und -Sammlungen

Ganz besonders sehenswert sind meiner Meinung nach seine älteren Dokumentationen über Motorrad-Werkstätten und -Sammlungen, die er zumeist in und um Paris herum entdeckt hat. Gerade die Werkstätten zeigen einen sehr französisch wirkenden Mikrokosmos aus alltäglichen Pragmatismus, Hingabe an den Beruf und Verachtung für jegliche Form von Putz- und Ordnungsfimmeligkeit, der einen regelrecht sentimental werden läßt.

Diese beinahe naturhaften „Höhlen“ mit ihrem chaotischen Sammelsurium aus alten und neuen Ersatzteilen, unzähligen Werkzeugen, verblaßten Werbeplakaten, barbusigen Kalender-Mädchen und kauzigen Mechanikern mit dauerschwarzen Fingernägeln hat es früher ja in ganz Europa gegeben. Wie schön, dass es auch heute noch solche Stätten zu entdecken gibt, deren Bewohner eine Kontaktzündung oder ein Getriebe tatsächlich reparieren und ein Speichenrad milimetergenau zentrieren können.

Natürlich ist es eine Freude ansich, mit einer alten BMW, Triumph, Honda oder Moto Guzzi durch die Gegend zu fahren. Es ist aber auch die große Sympathie für dieses altmodisch gewordene Maschinisten-Milieu, die viele Motorrad-Freunde mit den Klassikern verbinden. Götz Göppert gehört ganz ohne Zweifel zu diesen Liebhabern. Seinen Blick auf die alten Motorräder, ihre Technik und die Menschen, die sie am Leben erhalten, gilt es jetzt zu entdecken.

Autor: Achim Bartscht

Fotograf Götz Göppert

WS: issuu.com/gotzgoppert/docs
WS: gotzgoppert.com

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Foto: Scott G. Toepfer

Eine Antwort

  1. „Ganz besonders sehenswert sind meiner Meinung nach seine älteren Dokumentationen über Motorrad-Werkstätten und -Sammlungen, die er zumeist in und um Paris herum entdeckt hat.“ Schade, aber zurzeit – Februar 2021 – zeigt Göppert die hier gemeinten Fotos nicht. Die neuen Sachen sind aber natürlich ebenso einen Blick wert.

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