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BMW R80 „Mad Fritz“ von Woidwerk

Raffinierte Details, handwerkliches Können und a wengl Wahnsinn! Die BMW R80 „Mad Fritz“ von Woidwerk ragt deutlich aus der Einheitsmumpe der luftgekühlten Custom-BMW heraus. 

So langsam wird es schwer, ein originelles Custombike auf Basis eines luftgekühlten BMW R-Modells zu bauen. Denn in den letzten Jahren wurde ein wahres Heer von umgestalteten Boxern präsentiert, was zu einem deutlichem Sättigungsgefühl auf Seiten der BMW-Liebhaber führte. Mittlerweile wird auch schon häufiger die Frage laut, ob die noch existierenden BMW-Originale nicht besser unberührt bleiben sollten, anstatt sie von mehr oder weniger begabten Schraubern auseinandernehmen zu lassen.

Dass aber immer noch ein Raunen in der Beemer-Gemeinde erzeugt werden kann, konnte im November 2018 die „Mad Fritz“ von Woidwerk aus dem Bayerischen Wald unter Beweis stellen. Der weiße Brummer auf Basis einer BMW R80 Monolever von 1990 strahlt ohne Zweifel dieses gewisse Etwas aus, über das nur außergewöhnliche Maschinen verfügen. Dabei ist „Mad Fritz“ zum Glück nicht zu einer dieser total abgehobenen Motorrad-Visionen mutiert, die im Alltag nicht mehr bewegt werden können. Dieses Gerät, das Woidwerk-Macher Ralf Eggl allein für sich selbst gebaut hat, ist eine echte BMW zum Fahren geblieben und kann dementsprechend auch eine deutsche Straßenzulassung vorweisen!

Was aber hat „Mad Fritz“, was andere nicht haben? Das Geheimnis liegt im Mix aus raffinierten technischen Details, dem sichtbaren handwerklichen Können ihres Konstrukteurs und (man siehe den fingerbreit unterhalb des Mini-Sitzes verlegten Endschalldämpfer) aus einer nicht zu knappen Prise Wahnsinn!

Klarer Aufbau

Zu den optischen Fixpunkten der Luftgekühlten zählt stets der Bereich Scheinwerfer-Lenker-Tank, wobei die große BMW-Lampe und der dicke BMW-Tank so prägend für die Marke sind, dass sie im Grunde nicht ersetzt werden können. Die Lampe ist hier allerdings ein äußerst stimmiges Harley-Davidson V-Rod-Derivat, dessen schräg gestellte Streuscheibe exakt dem Anstellwinkel der Gabel folgt und so viel mehr Dynamik vermittelt. Und der Tank wirkt durch die stilsichere Neu-Lackierung immer noch traditionsbewusst, aber bedeutend moderner. Der auffallende, weder zu eng, noch zu breit ausladende Alu-Lenker stammt indes von einer ganz neuen BMW. „An den Lenker eines Motorrads denkt ja fast keiner“, erläutert Ralf Eggl, „dabei liegt der immer im Blickfeld. Und der von der R1200 R LC ist halt besonders gut gelungen.“ Bei „Mad Fritz“ war der Lenker sogar der Ursprung des Ganzen und Eggl entwickelte sein Bike sukzessive um dieses Teil herum. Am Ende finden alle Bauteile, Linien und Winkel im magischen Scheinwerfer-Lenker-Tank-Dreieck sehr harmonisch zueinander und geben dem Motorrad die prägende klare Note.

So viel vom Original wie möglich

Es ist natürlich Geschmackssache, aber ein Custombike sollte sich auch nie zu weit vom Original entfernen. Bei „Mad Fritz“ blieben der typische Tank, der Motor und die Felgen weitestgehend unverändert und wurden unter anderem mit Hilfe einer ebenso hochwertigen wie geschickten Lackierung wirkungsvoll akzentuiert. Die Gabel wurde um die Hochachse gedreht und führt die Bremszangen jetzt hinter den Tauchrohren. Bei diesen zurückhaltenden Eingriffen geht es nicht nur um den Respekt vor dem Original, sondern auch um den Beweis, dass der Erbauer über genügend Fantasie verfügt, um die alten Baugruppen mit wenig Aufwand aufzupeppen. Zuviel Geld im Motorrad, typischerweise in Form neuer High End-Gabeln oder -Räder, bringt selten den Überraschungseffekt pfiffiger Ideen.

Technische Raffinessen

Den größten optischen Kick erhält „Mad Fritz“ natürlich durch seine aufregend gestaltete 2-in-2-Auspuffanlage, die sich extrem eng um den Boxermotor windet und in zwei Dämpfer von Hattech mündet. Dabei zeigen die von Ralf Eggl angefertigten Rohre in der Frontal- und in der Heckansicht einen absolut bemerkenswerten Parallelschwung. „Naja, exakt gleichlang sind die Auspuffrohre allerdings nicht geworden“, gibt Ralf Eggl zu. „Aber hier ging es auch nicht um Leistung!“ Stimmt, aber auf jeden Fall ging es um eine originelle Optik, und solch eine raffiniert geführte Auspuffanlage konnte man wohl noch nie an einer BMW bestaunen. Zu heiß am Allerwertesten – Stichwort „Hot Fritz“ – soll es aber nicht werden, schwört der Erbauer! Das Auspuff-Thema findet sich übrigens nochmal in einem kleinen Detail an der Gabel wieder. Dazu Ralf Eggl: „Die Gabelstandrohre haben oben Hülsen aus Edelstahl. Die wurden von mir wärmebehandelt, um optisch mit den Krümmer gleichzuziehen!“ Ja mei, der Herr Eggl…

Die Bilder offenbaren noch viele weitere Details, die Ralf Eggls große BMW-Erfahrung zum Ausdruck bringen. Zukünftig könnte der kühne „Mad Fritz“-Stil durchaus zum Vorbild für weitere Woidwerk-Umbauten werden und die bisherigen, eher konservativ ausgeführten Woidwerk-Bikes ergänzen. Wir sind uns jedenfalls in einer Sache sicher: Die Frage, ob noch existierende BMW-Originale nicht besser unberührt bleiben sollten, wird wohl eher nicht in Richtung Bayerischer Wald gestellt werden.

Autor: Achim Bartscht
Fotos: Christian Schreiner / christianschreiner.com

Weitere Informationen zum Thema:
Website Woidwerk: woidwerk.com
Mad Fritz auf Pipeburn: pipeburn.com

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank Achim für den tollen Artikel!!

    Es freut mich sehr dass meine Maschine so gut ankommt und sich aus den vielen BMW-2V-Umbauten hervorhebt!

    Du hast recht, die Frage nach originalen BMW´s ist bei mir falsch aufgehoben, zumindest bei den BMW´s von 1980 bis 2013. Es gibt viele schöne originale Fahrzeuge, aber diese gehören leider nicht dazu, und was nicht schön ist muss nicht original bleiben ;-).

    Deshalb baue ich lustig weiter und werde auch in Zukunft sicher weitere interessante Ideen umsetzen…

    Viele Grüße aus dem Bayerischen Wald

    Ralf Eggl
    (Woidwerk)

    • Moin Ralf,
      prima, dass Dir der Beitrag gefällt, aber Dein Mad Fritz ist auch wirklich sehr gelungen. Ich bin gespannt, wie das Alu-Heck aussehen wird, das Du noch in der Pipeline hast. Fröhliches Schaffen!

      Beste Grüße aus HH
      Achim

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