• Foto: Liberta Motorcycles - Liberta T1-125

    Foto: Liberta Motorcycles - Liberta T1-125

  • Foto: Liberta Motorcycles - Liberta T1-125

    Foto: Liberta Motorcycles - Liberta T1-125

  • Liberta T1-125 - Foto: Liberta Motorcycles

    Liberta T1-125 - Foto: Liberta Motorcycles

  • Foto: Liberta Motorcycles - Liberta T1-125

    Foto: Liberta Motorcycles - Liberta T1-125


Liberta T1-125

Ab wann ist ein Motorrad wirklich ein Motorrad? Die schnieken Mini-Chopper der Liberta Motorcycles GmbH werden jedenfalls mal wieder den Humor der traditionellen Motorradler prüfen. Alle anderen dürften sich über die stilsicheren und erschwinglichen Bikes aus Hamburg freuen.

Der erste Anblick ist eine Überraschung: Starrahmen, Springer-Gabel, Schwingsattel, Reifendimensionen, Lackierung… die Chopper-Optik dieses Motorrads stimmt und lässt auf Schwermetall aus Milwaukee tippen! Doch spätestens beim Blick auf den zierlichen Vergaser wird der Betrachter stutzig. Und tatsächlich, das Ding ist kein exklusiver Umbau auf Basis einer Harley-Davidson Sportster, sondern ein neukonstruiertes und jüngst auf den deutschen Markt gebrachtes Leichtkradrad der Klasse A1 zum Basispreis von 4500,- Euro. Oha!

Hinter der Liberta T1-125 steht die alte Frage, wie man zum kleinen Preis und ohne Führerschein-Hürden zum richtigen Motorrad-Fahrspaß gelangen kann? Eine Idee zur Lösung dieses Problems hat der ehemalige Mountainbike-Profi Niels-Peter Jensen aus Hamburg, der nun als Teil der mehrköpfigen Liberta Motorcycles GmbH & Co. KG nicht nur stilechte Chopper-Bikes mit 50- und 125-Kubikzentimeter auf den Markt bringt, sondern gleichzeitig auch ein umfassendes Zubehör- und Dienstleistungsprogramm. Respekt, so weit muss man erstmal kommen!

Und dennoch bleibt ein Zweifel gegenüber dem recht laut daherkommenden Lifestyle- und Marketingkonzept der Liberta-Jungs. Echtes, kerniges Motorrad-Gefühl oder gar Coolness (Himmel hilf, welch großes Wort!) auf Grundlage eines 50 bzw. 125cm³-Motörchens aus der Volksrepublik China und Discounter-Preisen? Ist das wirklich ernst gemeint, oder überliest man da ein Augenzwinkern? Traditionelle Biker sind jedenfalls eine erzkonservative Bruderschaft, deren extreme Gralshüter es zum Teil auch 50 Jahre nach ihrer Einführung nicht recht geschafft haben, japanische Motorräder als vollwertig zu akzeptieren. Diese harten Bretter werden die Libertas niemals bohren.

Aber wollte man das denn? Es gibt ja noch die andere Gruppe der Motorradfahrer, die, die nicht so enge Scheuklappen tragen und die gerne auch für kleines Geld (und auch der Motorradführerschein will erstmal bezahlt sein) ihren Traum auf zwei Rädern verwirklichen möchten. Hier werden die Libertas ganz bestimmt punkten, auch dann, wenn in geraumer Zeit der Ironie-Faktor der kleinen Chopper verschwunden sein wird. Dafür sind die kleinen Bikes einfach viel zu gut gelungen, wiederhole: viel zu gut gelungen.

Und überhaupt: Bei der Diskussion ums wahre Motorrad sollte man doch erstmal der Frage nachgehen, welcher Typ denn überhaupt ein rechter Motorradfahrer ist. Wie bewertet man zum Beispiel den Eigner eines Dentallabors, der einmal im Sommer seine 20.000 Euro teure BMW R 1200 GS Adventure aus der dichtgeparkten Garage zieht, im Gegensatz zu Opa Örkel, der mit seinem sauer ersparten Hyosung Billigst-Chopperlein von März bis November den Verkehr auf den Landstraßen des Umlandes entschleunigt? Und wie steht´s mit echtem Fahrkönnen, zum Beispiel bei Regen, oder der Fähigkeit, einen „Kurzen“ in der Elektrik zu finden und mit Bordmitteln zu beheben? Jaja…

Nun also, Liberta, ja oder nein? Sagen wir mal so. Wenn mir bei Temperaturen um die zehn Grad, im strömenden Regen oder im Pannenfall jemals ein Liberta-Driver begegnet, werde ich ihn akzeptieren. Das gilt im übrigen auch für Harley-Fahrer, Honda-Fahrer, Kawasaki-Fahrer, Ducati-Fahrer, Triumph-Fahrer…

Autor: Beemer_HH

Weitere Informationen zum Thema
Liberta Webseite: liberta-motorcycles.com
Auf Facebook: facebook.com/libertaMotorcycles

Share on Facebook0Share on Google+0Tweet about this on Twitter0Pin on Pinterest0