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CRD#48 BMW R1200S

Kommt jetzt das Custom-Genre der „Post-Apocalyptics“ bzw. “ Post-Apo-Bikes“? Die neue CRD #48 aus der spanischen Cafe Racer Dreams-Schmiede scheint jedenfalls genau das richtige Motorrad für die Zeit nach einem Atomkrieg zu sein.

Die jüngst vorgestellte CRD #48 auf Basis einer BMW R 1200 S hätte ich doch um ein Haar ignoriert, denn als Fan der alten 2-Ventil-BMW interessieren mich die neuen Boxer mit Einspritzung und Telelever-Gabel nicht so sehr – sie sind mir schlicht zu hässlich. Doch was das meisterliche Team um Pedro García and Efraon Triana von Cafe Racer Dreams nun mit dieser Maschine auf die Räder gestellt hat, ist spätestens auf dem zweiten Blick ein wirklicher Quantensprung innerhalb der Custombike-Szene. Ich mag mich irren, aber neben Café Racern, Scramblern, Bobbern, Choppern oder Trackern wird die CRD #48 eine völlig neue und eigenständige Gattung von Custombikes begründen, die man vielleicht mal „Post-Apocalyptics“ bzw.“ Post-Apo-Bikes“ nennen wird. Doch, dieses Motorrad ist wirklich etwas Besonderes.

Rennsport? Easy Riding? Irgendwas von früher? Die CRD #48 zeigt keinerlei Zitate an die Zweirad-Vergangenheit; sie schaut vielmehr in eine offensichtlich konfliktreiche Zukunft, wie wir sie aus düsteren Hollywood-Streifen kennen. Auffälligstes Merkmal der Maschine ist die innovative Gitterdraht-Umhüllung des Tanks, die stark an ein futuristisches Exo-Skelett erinnert und – sehr schönes Detail – den Blick auf die im Tank integrierten Benzinpumpen zuläßt. In Verbindung mit der militärischen, schwarz-oliven Farbgebung und den martialischen Metzeler Karoo-Reifen scheint diese BMW das Fahrzeug eines Kriegers der Zukunft zu sein, der nach einem Atomkrieg, einem Meteoritenschauer oder einer andersartigen Apokalypse u.a. mit widrigsten Straßenverhältnissen klarkommen muss. Mad Max lässt schön grüßen.

Erstaunlich ist, dass bis auf das neue Rahmenheck samt Sitzbank garnicht so viel in die Originalvorlage eingegriffen wurde. Den technischen Kern der BMW R 1200 S freizulegen (die bekanntlich ein 122 PS Supersportbike und keine Enduro ist), scheint die eigentliche Aufgabenstellung der CRD-Leute gewesen zu sein (und die Maschine kann wohl auch mühelos zurückgebaut werden).  Im Vergleich zu vielen anderen Custom-Bikes wirkt die Anmutung der CRD #48 äußerst hochwertig, modern, kompakt und massiv und läßt die umgestalteten Bikes der „Alten Schule“ beinahe wie krumme Fahrräder aussehen. So wie die gesamte Maschine ist auch die asymetrische Scheinwerferanlage sehr sauber aufgebaut und stellt einen schönen Bezug zur Beleuchtung vieler aktueller BMW-Modelle dar, die ebenfalls gern „ein Auge zukneifen“. Dabei hatte das Original tatsächlich nur einen herkömmlichen, rechteckigen Strahler, und die Doppelscheinwerfer der großen GS-Modelle wirken im Vergleich zur CRD #48-Beleuchtung plump und plastikartig. Perfekte Detaillösungen wie diese zeichnen eben ein sehr, sehr gutes Custombike aus. Ich wundere mich gerade über mich selbst, aber zum Teufel, ich würde sie sofort nehmen.

Zum Schluß noch: hat dieses Motorrad auch einen Nachteil? Tja, ihr Fahrer sollte zumindest ein bißchen Mel Gibson in den Genen haben. CRD #48, Wampe und Carport? Das geht nun wirklich nicht!

Autor: Beemer_Hamburg

Mehr Informationen zum Thema
Webseite Café Racer Dreams: caferacerdreams.com.es

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