• Foto: k.A. - BSA_Spitfire_#1

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  • Foto: k.A. - BSA_Spitfire_#2

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  • Foto: k.A. - BSA_Spitfire_#3

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BSA A65 Spitfire

Doch, Verkaufsanzeigen von Motorrädern dürfen gerne etwas Substanzielles über „Ross und Reiten“ aussagen. In dieser Annonce vom März 2015 über eine BSA A65 Spitfire MK III wird deutlich, dass der Besitzer ganz offensichtlich viel Zeit, Geld und Fachwissen in sein Brit-Bike investiert hat.

Schöne Fotos vermitteln natürlich den stärksten Eindruck, wenn man seine Maschine verkaufen möchte. Originalzustand, Beulen, Alu-Pilz, etc. – Bilder lügen nicht. Um aber wirklich klarzumachen, dass man sein Schätzchen geliebt und gepflegt hat, schadet ein etwas ausführlicherer Text mit Sicherheit nicht. Nachfolgend ein gutes Beispiel einer vertrauenerweckenden Verkaufsannonce für einen englischen Klassiker auf mobile.de. Da ruft man doch gerne einmal an!

BSA A65 Spitfire, EZ 05/1967, 600 km, VB 9780,- Eur
Hat man das Glück, in Deutschland eine „unverbastelte“ Spitfire Mark III mit Papieren und nummerngleichem Motor und Rahmen zu bekommen (oder sie in Amerika zum „Schnäppchen-Preis“ findet) fängt der Spaß an. Damit ist nicht sofortiger Fahrspaß gemeint! Es sei denn, man hat sie persönlich in Augenschein genommen.

Nehmen wir an, dass sie für ca. 5.500,-Euro zu haben war (Steuer, Zoll, Zulassung und Stress lassen wir einfach mal weg). Ist sie endlich fahrbereit und das Wetter spielt mit, kann es losgehen! Toller Sound, handlich wie ein Fahrrad und garantiert Aufsehen erregend. An jeder Ampel wird man mit Komplimenten überschüttet. Voll des Glücks fährt man durch die Stadt und wird schlagartig aus seinem Traum gerissen, weil ein Kleinlaster aus der Ausfahrt schießt und man eine Vollbremsung machen muss. Was bedeutet eine Vollbremsung mit der serienmäßigen Simplex-Bremse? Einen schlagartigen Anstieg des Adrenalin-Spiegels und die Einsicht, dass ein Motorrad von 1967, das 54 PS hat und seiner Zeit mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 190 km/h das schnellste Serienmotorrad der Welt war, den heutigen Verhältnissen nicht mehr gerecht wird.

Wenn man nach vielen „teuren“ Versuchen und dem Befolgen guter Ratschläge unzähliger „Fachleute“ bei einer originalen GRIMECA Doppel-Duplex von 1971 landet, hat man sein Motorrad bereits um ca. 2.000,- Euro teurer gemacht. Der Rest in Kurzform: Neue Pleuel, neue Kurbelwelle, neue Kupplung, Komplett-Umbau auf Nadellager und verbesserte Schmierung inklusive Öldruck-Anzeige. Umbau auf zuverlässige, luftdruckunabhängige Vergaser, die auch noch Leistungssteigerung bringen. Komplett neue Elektrik und wirklich vieles, vieles, vieles mehr. Am Schluss hat man ca. 9.000,- Euro zusätzlich reingesteckt. Alles mit echten Rechnungen zum anfassen.

Der TÜV wird bei Kauf neu gemacht! (Und für unsere Puristen: Alle Originalteile, komplettes Vorderrad mit Bremse usw. sind natürlich vorhanden! Alles Weitere unter: 0172-XXXXXX. Bitte nur seriöse Anfragen!

Nach dieser Schilderung bleibt nur noch die Frage, warum der Eigentümer diese Maschine eigentlich verkaufen möchte? Wir haben mal nachgefragt. Antwort: Der Mann hat noch weitere Motorräder, die er öfter fährt als die Britin. Er möchte die Spitfire aber nicht im Stand vergammeln sehen. Das ist nachvollziehbar. Wäre auch wirklich zu schade drum!

Autor: Beemer_HH

Mehr Informationen zum Thema
BSA A65 Spitfire auf Wikipedia: wikipedia.org/wiki/BSA_Spitfire

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