• Foto: Maschinisten & Soehne - BMW R51/3 #1

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  • Foto: Maschinisten & Soehne - BMW R51/3 #2

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  • Foto: Maschinisten & Soehne - BMW R51/3 #3

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  • Foto: Maschinisten & Soehne - R51/3 #4

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  • Foto: Maschinisten & Soehne - R51/3 #5

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  • Foto: Maschinisten & Soehne - R51/3 #6

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  • Foto: Maschinisten & Soehne - R51/3 #7

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  • Foto: Maschinisten & Soehne - R51/3 #8

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  • Foto: Maschinisten & Soehne - R51/3 #9

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  • Foto: Maschinisten & Soehne - R51/3 #10

    Foto: Maschinisten & Soehne - R51/3 #10

  • Foto: Maschinisten & Soehne - R51/3 #11

    Foto: Maschinisten & Soehne - R51/3 #11

  • Foto: Maschinisten & Soehne - R51/3 #12

    Foto: Maschinisten & Soehne - R51/3 #12

  • Foto: Maschinisten & Soehne - R51/3 #13

    Foto: Maschinisten & Soehne - R51/3 #13

  • Foto: Maschinisten & Soehne - BMW R51/3 #14

    Foto: Maschinisten & Soehne - BMW R51/3 #14

  • Foto: Wolfgang Nolze - R51/3 #15

    Foto: Wolfgang Nolze - R51/3 #15


BMW R51/3 von Wolfgang Nolze

Der Weg ist das Ziel – auch beim Motorradkauf! Wolfgang Nolze aus Ratzeburg hat eine BMW R51/3 der ehemaligen Forces Françaises en Allemagne (FFA) wieder heimgeholt.

Einfach mal aus Spaß in den Annoncen-Websites des europäischen Auslands stöbern. Vielleicht findet sich ja was Schönes, Rares, Seltenes? Nicht, dass man nicht schon genug Motorräder zuhause rumstehen hätte. Oder Zeit und Geld im Überfluß vorhanden wären. Aber man will ja auch garnichts kaufen! Nur mal eben gucken. Halt auf dem Laufenden bleiben. Reine Neugier… bis man zu der teuflischen Anzeige gelangt, die einen dann doch an den Haken kriegt. Mit dem alten Ding, das man immer schon haben wollte. Bei dem der Preis (beinahe) stimmt. Von einem Ahnungslosen feilgeboten. Der Schatz im Silbersee. Der Sechser mit Zusatzzahl. Herr im Himmel, bitte lass diese vermaledeite Anzeige morgen verschwunden sein!

So in etwa war es auch bei Wolfgang Nolze (69), Berufsschullehrer aus Ratzeburg, als er im Sommer 2014 auf www.leboncoin.fr eine alte Militär-BMW R51/3 für 7000,- Euro entdeckte. Zwei Wochen lang umlauerte er die Annonce, bis sie – endlich! – nicht mehr auftauchte. Doch die Erleichterung war nur von kurzer Dauer. Vier Tage später war die BMW aus Südfrankreich wieder online – und der Preis um 1000,- Euro niedriger. Damit war Nolzes Widerstandskraft endgültig gebrochen. Die Verhandlungen, via E-Mail und Google-Übersetzer, wurden aufgenommen.

Im Dienst der Forces Françaises en Allemagne (FFA)

Am 15.12.1954 wurde die hier gezeigte BMW R51/3 an die Forces Françaises en Allemagne (FFA) geliefert. Als Siegermacht des Zweiten Weltkriegs stationierte Frankreich seine Besatzungstruppen u.a. in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg und stattete sie, ebenso wie seine Polizei, gerne mit den modernen Maschinen von BMW aus.

Und modern war die BMW R51/3 zu ihrer Produktionszeit zwischen 1951 und 1954 tatsächlich. Sie war die erste Neuentwicklung des Münchner Herstellers nach dem Zweiten Weltkrieg und wurde insbesondere für ihren ruhigen Motorlauf und ihr sehr gutes Handling gelobt. Im Gegensatz zu den Vorgänger-Modellen wurden ihre Ventile nun von einer zentralen Nockenwelle mit Stirnradantrieb gesteuert. Die wichtigsten Neuerungen des letzten Modelljahrgangs 1954 – und deshalb auch an Nolzes Maschine zu finden – waren Vollnabenbremsen, Leichtmetallfelgen anstelle der zweifarbig lackierten Stahlfelgen sowie schlichte Zigarren-Auspufftöpfe anstatt der alten Schalldämpfer in Fischschwanzform. Die französische Militärvariante erhielt zusätzlich noch ein Packtaschen-Set und Tarnfarbe, verblieb ansonsten aber mehr oder weniger in dem Zustand der Zivilversion.

Der Weg ist das Ziel

Nach ihrer Militärzeit wurde die Maschine 1968 von ihrem ersten privaten Besitzer erworben, notdürftig mit schwarzem Spraydosenlack zivilisiert und im Herbst 2013 schließlich an den zweiten Privatmann veräußert, der später mit Wolfgang Nolze handelseinig wurde. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die BMW im Zustand 4 bis 5, war aber, bis auf die Packtaschen und den entsprechenden Träger, weitestgehend komplett. Anspringen wollte sie nicht mehr, da die Kickstarterwelle gebrochen war. Wolfgang Nolze konnte den Preis noch etwas drücken; dann stand ihm das Abenteuer des Transports bevor.

Bekanntlich ist der Weg das Ziel, und manchmal ähnelt auch der Erwerb eines alten Motorrads einer Pilgerfahrt. Bei Nolzes BMW begann es damit, dass sich keine Spedition fand, die das Motorrad aus Südfrankreich zu einem vernünftigen Preis hätte holen wollen. Dann konnte der Mann aus Ratzeburg „Saint Paul les Fonts“ partout nicht auf Google-Maps finden, was ihn durchaus etwas unruhig stimmte, da er die komplette Kaufsumme bereits überwiesen hatte…

Am Ende machte er den Ort doch ausfindig (etwa 140 km vor Marseille) und begab sich mit seinem Transporter auf die 1.200 Kilometer lange Reise. In einem unscheinbaren südfranzösischen Kleinstdorf, durch dessen enge Gassen er kaum mit seinem Wagen passte, sollte er schließlich seine Neuerwerbung in Empfang nehmen dürfen. Der Eigentümer, ein Bühnenbildner, öffnete Nolze sein unwirklich paradiesisches, hinter abweisenden Mauern verborgenes Refugium. In seinem blühenden Garten übergab er dem überraschten und mittlerweile auch ziemlich geschlauchten Deutschen die welke BMW zu treuen Händen. Viele Stunden später war Wolfgang Nolze wieder zuhause und sich sicher, dass es einer schnöden Spedition nie und nimmer gelungen wäre, die verschlungenen Pfade zu diesem Motorrad-Gral zu finden. Nur der zu allen Mühen bereite Pilger durfte wohl auf solch eine Belohnung hoffen!

Und eine Belohnung war diese BMW R51/3 in der Tat. In Ratzeburg stellte Nolze das Motorrad 14 Tage lang auf die Bühne, um sich über die notwendigen Arbeiten klar zu werden. Die schwarze Farbe wurde abgewaschen, die gebrochene Ständeraufnahme geschweißt und die defekte Kickstarterwelle beim Fachbetrieb um die Ecke (Firma Strauss & Gerken in Rethwisch) durch ein Ersatzteil instandgesetzt. Ansonsten war die Maschine in einem so guten mechanischen Zustand, dass der Ratzeburger bis heute (und nach vielen Kilometern) noch nicht einmal die Ventile der FFA-BMW einstellen musste. Nach Wolfgang Nolzes Meinung, der immerhin zwölf alte BMW sein Eigen nennt, fährt sie sich wunderbar „unaufgeregt“ und zeigt sich „gut im Futter“. Der lange Weg nach Frankreich hat sich, für die BMW und ihren vierten Besitzer, ganz ohne Zweifel gelohnt.

Autor: Achim Bartscht

Weitere Informationen zum Thema
Webseite BMW Classic: bmw-grouparchiv.de

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