• Foto: Boyle Custom Moto - Olga_#1

    Foto: Boyle Custom Moto - Olga_#1

  • Foto: Boyle Custom Moto - Olga_#2

    Foto: Boyle Custom Moto - Olga_#2

  • Foto: Boyle Custom Moto - Olga_#3

    Foto: Boyle Custom Moto - Olga_#3

  • Foto: Jose Gallina / BIKEEXIF - Olga_#1

    Foto: Jose Gallina / BIKEEXIF - Olga_#1

  • Foto: Jose Gallina / BIKEEXIF - Olga_#2

    Foto: Jose Gallina / BIKEEXIF - Olga_#2

  • Foto: Jose Gallina / BIKEEXIF - Olga_#3

    Foto: Jose Gallina / BIKEEXIF - Olga_#3

  • Foto: Jose Gallina / BIKEEXIF - Olga_#4

    Foto: Jose Gallina / BIKEEXIF - Olga_#4

  • Foto: Jose Gallina / BIKEEXIF - Olga_#5

    Foto: Jose Gallina / BIKEEXIF - Olga_#5

  • Foto: Jose Gallina / BIKEEXIF - Olga_#6

    Foto: Jose Gallina / BIKEEXIF - Olga_#6


BMW R 100/7 von Boyle Custom Moto

Proportionen top, Materialen top, Farben top! Nach wie vor ist „Olga“, fertiggestellt im Frühjahr 2014 von Boyle Custom Moto, eine der besten umgebauten BMW /7 aller Zeiten. Der Witz an der Sache: ihr Erbauer ist überhaupt kein „Airhead“-Fan.

Dieses bildschöne Custom-Motorrad auf Basis einer BMW R 100/7 von 1978 ist in der Tat für viele Überraschungen gut. Zum einen hat Kim Boyle aus Carlsbad, Kalifornien, zwar einen Faible für Motorräder der Marken Harley-Davidson, Norton oder Yamaha, aber nicht unbedingt für die von BMW. Zum anderen war diese Maschine lediglich ein so genanntes „zero to no budget project“ für einen Freund Boyles, in das, außer Zeit, nicht viel investiert werden konnte. Doch unmittelbar nach der Fertigstellung im Frühjahr 2014 war Motorrad-Redakteur Chris Hunter von „Olga“ so begeistert, das er diese BMW für seine äußerst populäre Webseite BIKEEXIF auf eigene Kosten professionell fotografieren ließ. Fast gleichzeitig avancierte die Maschine zu einem der Stars auf der Handbuilt Motorcycle Show im April 2014 und wurde im Anschluß auch noch souverän „Bike of the month“ des Online-Magazins WIND-BLOWN. Und dann? Dann senkte sich wieder der Vorhang über diese BMW als wäre nichts geschehen und Kim Boyle widmete sich wie zuvor seinem Harley-Davidson-Tagwerk. „Olga“, das One-Hit-Wonder.

Oben schlanker, unten wuchtiger

Das Geheimnis ihrer Attraktivität liegt in den Proportionen der Maschine, und dafür hat Kim Boyle nun wirklich ein Auge. So verwendet er zum einen den schlankeren Tank der R 90/6, der die BMW – zusammen mit der weißen Lackierung und den zarten Dekorstreifen – optisch leichter werden läßt. Zum anderen überlistet er die Einschränkung der Reifenbreite (verursacht durch den Kardanantrieb auf der rechten Schwingenseite), indem er die originalen Felgen schwärzt und mit derben Stollenreifen ausstattet. Diese Maßnahme erzeugt auf der Fahrwerksseite einen wuchtigen, bobberartigen Auftritt, der „Olga“ sehr gut zu Gesicht steht. Die Gabel wurde etwas gekürzt; die Federbeine sind einen Tick länger als die Originale.

Und wieder mal: der Hilfsrahmen

Der wichtigste Kniff liegt aber (wie fast immer bei den alten 2-Ventilern) in den Änderungen am Hilfsrahmen. Bei den Serienmaschinen stehen die Federbeine am Heck ja annähernd senkrecht zwischen Rahmen und Schwinge und vermitteln in dieser Position keine Spur optischer Dynamik. Auch wenn der Bogen des Hilfsrahmens am Ende gekürzt und die Sitzbank abgesenkt wird (was praktisch jeder BMW-Customizer macht), wirkt der minimale Anstellwinkel der Federelemente stets irgendwie altbacken.

Nicht so bei Mister Boyle´s „Olga“. Hier wurden das Auge der oberen Federbeinaufnahme weiter nach vorne verlegt (der Hilfsrahmen hat ja an dieser Stelle noch genug Fleisch für eine neue Bohrung) und, wie bereits erwähnt, etwas längere Stoßdämpfer zum Einsatz gebracht. Jetzt stehen bei „Olga“ die hinteren Stoßdämpfer im annähernd gleichen Winkel zur Hochachse der BMW wie die leicht gekürzte Telegabel und geben dem Profil der Maschine – natürlich im Zusammenspiel mit der sehr gelungenen Einmann-Sitzbank – eine wunderbare, für eine /7 nie dagewesene Symmetrie. Das sieht richtig gut aus!

Charles Eames hat recht

Und sonst noch? Neben dem minimalistischen, in Eigenregie hergestellten und mit Keramik beschichteten Auspuff gefallen u.a. die Platzierung einer superkleinen Starterbatterie im Rahmendreieck, der unterschiedliche Politurgrad der Aluminium-Flächen und der neckische kleine Fender am Heck der Maschine. Und das sind ja längst nicht alle Details. Nicht ohne Grund hängt irgendwo in der Werkstatt von Kim Boyle der Satz des Designers Charles Eames „THE DETAILS ARE NOT THE DETAILS. THEY MAKE THE DESIGN“. Recht hat er. Aber vielleicht fallen solche „Kleinigkeiten“ tatsächlich nur Leuten ein, die sich in der Vergangenheit eben nicht groß mit BMW-Motorrädern identifiziert haben. Oder die keine Kohle für „Großes“ haben.

Autor: Beemer_HH

Weitere Informationen zum Thema
Webseite Boyle Custom Moto: boylecustommoto.com
Webseite BIKEEXIF: bikeexif.com
Webseite WIND-BLOWN: windblown.com
Webseite The Handbuild Motorcycle Show: Handbuilt Motorcycle Show

Hinweis in eigener Sache: Die Fotos
Maschinisten & Soehne hat in 2014 zweimal via E-Mail versucht, von BIKEEXIF die Erlaubnis zur Verwendung der Fotos zu bekommen. Leider erhielten wir bis heute keine Antwort. Der Fotograf Jose Gallina hat uns zwar sofort geantwortet; konnte aber auch nicht weiterhelfen, da er keine Rechte an dem Material besitzt. Wir sind also seinem Rat gefolgt und haben die Bilder geklaut. „Hello, It’s not really up to me, I shot the photos exclusively for BikeEXIF. But I’m sure you can grab them off BikeEXIF like 100’s of other people already do, haha, it’s usually not a big deal. Cheers, – Jose.“

Sorry Chris Hunter, nicht böse sein. Musste sein.

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